Gigathlon 2010
Aus gutem Grund richtig crawlen gelernt
Den Gigathlon 2010 hat Sabine Simmen als einzige Singleathletin der Region bis zum Schluss durchgestanden – auch ohne je zuvor «nur» schon einen Triathlon bestritten zu haben.
winterthur – Irgendwann musste es ja so weit kommen: Morgen Sonntag bestreitet die 30-jährige Winterthurerin Sabine Simmen ihren ersten Triathlon. Die Kantonalen Klubmeisterschaften am Sihlsee stehen bevor, sie tritt für die Finishers Winterthur an.
Die Triathlon-Disziplinen Schwimmen, Radfahren, Laufen waren bereits im Gigathlon enthalten, den sie am zweiten Juli-Wochenende bewältigt hatte. Nach Starts im Fünfer- und Zweierteam nahm sie den Ausdauer- und Härtetest zum ersten Mal alleine auf sich.
Das geliehene Rennrad
Sie war eine von 17 Single Woman, welche die 452 km und 7940 Höhenmeter an zwei Tagen auf dem Bike, Rennvelo, mit Inlines, schwimmend sowie rennend hinter sich gebracht hatte. Ebenfalls 17 Gigathletinnen beendeten den Wettkampf nicht.
Beinahe hätte auch Sabine Simmen zu ihnen gehört. Am ersten Tag auf dem Rennvelo hinauf Richtung Brünigpass ging der hintere Wechsel defekt. Sie musste sich ein Handy ausleihen (ihres hatte sie in der Wechselzone vergessen), rief ihren Freund Roland Oberholzer an, der wie dessen Schwester Andrea Okle ihr Gigathlon-Supporter war, und dachte sich zunächst einmal: «Jetzt sind die sechs Monate Training für nichts.» Im Auto gings zurück in die Wechselzone nach Lungern. Ein Velomechaniker vor Ort hätte den Schaden beheben können, wobei der kleinste Gang nicht mehr funkionieren würde. «Egal, Hauptsache weiter fahren», sagte sich Sabine Simmen zuerst – ehe sie einer Single-Athletin begegnete, die aufgeben musste. Sie fragte, ob sie sich deren Rennrad ausleihen könnte.
Und die Mitstreiterin, die Sabine Simmen zuvor nicht gekannt hatte, überreichte der Winterthurerin umgehend ihr kostbares Karbonrad. «Dank ihr konnte ich den Gigathlon beenden», betont Sabine Simmen. Am Montag gab sie das Rad zurück. «Sie war glücklich für mich, dass ich fertig machen konnte.»
In einer Nachtübung wurden Teile von Sabine Simmens Rad auf eines einer Kollegin aus Thun montiert. Auf dem bestritt sie den sonntäglichen Rennradabschnitt. Nach 31 Stunden traf sie im Ziel in Thun ein. «Die letzten Kilometer des Laufs zum Schluss bin ich fast nur noch gegangen. Ich war ziemlich fertig», blickt sie zurück. Der 14. Platz war Nebensache, nur das Durchkommen zählte. Seit Januar hatte Sabine Simmen, die zu 80 Prozent in der Brühlgut-Stiftung als Personalassistentin arbeitet, in 16 Stunden Training pro Woche auf dieses Ziel hin gearbeitet; zudem stellte sie die Ernährung um und reduzierte ihr Körperfett von 21 auf 9 Prozent.
Noch nicht genug
Nachwirkungen vom Gigathlon spürte sie praktisch keine. «Am Montag bin ich gut aufgestanden und am Dienstag hatte ich keinen Muskelkater.» Kein Wunder fühlte sie sich für weitere Grosstaten bereit, die Form war perfekt. «Gigathlon macht süchtig. Und Bewegung brauche ich sowieso immer.» Zuerst wollte sie zwei Wochen später am Ironman in Zürich antreten. Sie liess sich überreden, das doch zu unterlassen. Stattdessen half sie, als Klubmitglied der Finishers, in der Wechselzone mit und stellte fest: «Der Spirit am Gigathlon, wo man sich gegenseitig unterstützt, hat mir viel besser gefallen. An einem Ironman ist alles sehr leistungsorientiert.»
Sabine Simmen, frühere Mittelstreckenläuferin des LC Regensdorf, die «in der Leichtathletik aber nie die Erfolge hatte, die ich mit meinem Ehrgeiz erreichen wollte», wird weiterhin Strassenläufe bestreiten – und möchte einen weiteren Gigathlon als Single bewältigen. Dann allerdings mit einem noch amibitonierteren Ziel: «In die Top Ten kommen», sagt sie.
Künftig wird sie auf der Vorarbeit zur Ausgabe 2010 aufbauen können. Sie kaufte vor dem diesjährigen Gigathlon ein Mountainbike, ein Rennrad und einen Neopren-Anzug – und die Brustschwimmerin lernte crawlen. «Schade, habe ich nicht früher mit richtigem Schwimmen begonnen.» Das erklärt dann auch, weshalb sie Triathlons bisher immer aus dem Weg gegangen ist. lURS STANGER Landbote 2010
Gigathlon 2009
Wir gratulieren allen finishern, welche am Gigathlon 09 teilgenommen haben.
Singels:
Couples:- 647 Duo Sportivo mit Sander Taschi + Jeannette Dalcolmo
- 785 Winti-Flitzer mit Reto Hess und Tina Bucher
- 524 Youngest Tempo-Sport Dominik Stadelmann startet mit Katja Trabold (Tristar Schaffhausen) und bildet das jüngste Couple am Gigathlon 2009
- 1111 5 Eskimos ohne Cembalos mit Rebecca Mehmann,...
- 1339 finishers mit Erwin Waldvogel, Beat Stadelmann, Lorena Bloch,...
Alle Infos zum Gigathlon unter: www.gigathlon.ch






